BIM-MAGAZIN: Mit dem KRITIS Dachgesetz wird insbesondere auch der physische Schutz kritischer Infrastruktur hervorgehoben. Welche Folgen hat das für das Facility-Management im Allgemeinen und für KRITIS-Unternehmen insbesondere?
Sebastian Sichter: Das KRITIS-Dachgesetz macht etwas sichtbar, was viele Praktiker schon lange wissen: Kritische Dienstleistungen hängen am Ende immer von einer funktionierenden physischen Infrastruktur ab.
Wir sprechen häufig über Cyberangriffe, aber ein Krankenhaus kann auch keinen Patienten versorgen, wenn die Stromversorgung ausfällt. Ein Rechenzentrum funktioniert nicht ohne Kühlung und eine Verkehrsleitzentrale nicht ohne ihre technische Infrastruktur. Für das Facility Management bedeutet das einen erheblichen Bedeutungszuwachs. Die Themen Energieversorgung, Brandschutz, Zutrittskontrolle, Klima- und Lüftungstechnik oder Krisenmanagement werden nicht länger nur als technische Betriebsaufgaben betrachtet, sondern als Teil der gesetzlichen Resilienzanforderungen.
Für KRITIS-Unternehmen entsteht gleichzeitig die Verpflichtung, diese Themen systematisch zu analysieren, Risiken zu dokumentieren und gegenüber Behörden nachweisen zu können. Damit rückt das Facility Management näher an die Unternehmensführung und das strategische Risikomanagement heran, als das bis dato der Fall war.