BIM-MAGAZIN: Sehr geehrter Herr Kirmayr, Anfang Juli haben sie beim Jahreskongress des Verbandes für Sicherheitstechnik gesprochen. Der Schutz kritischer Infrastruktur, Zivil- und Katastrophenschutz sowie KI in der Sicherheit zählten dort zu den Kernthemen – worauf kam es Ihnen als Leiter der Fraunhofer Allianz Bau mit Ihrem Vortrag an?
Thomas Kirmayr: Mir ging es vor allem darum, den Informations- und Standardisierungsbedarf zur Digitalisierung kritischer Infrastrukturen deutlich zu machen. Gerade bei Digitalisierungsprozessen zeigt sich, wie entscheidend gemeinsame Standards für Informationserfassung, Ontologie – also die „digitale Sprache“ – und den erforderlichen Informationsumfang sind. Fehlen diese Standards, entstehen zwar digitale Zwillinge, jedoch mit unterschiedlichen Inhalten, Klassifikationen und Datenumfängen.
Dieser Mangel erschwert bis heute die Wertschöpfung aus der Digitalisierung, weil digitale Objektmodelle nur über Anpassungen oder Zwischenschritte mit anderen Modellen gleicher Objekttypen zusammengeführt werden können.
Beim Schutz kritischer Infrastrukturen stehen wir erneut vor einer komplexen Aufgabe: Von der Perimetersicherung bis zur Betreiberverantwortung müssen Liegenschafts-, Produkt-, Sicherungs- und Wartungsinformationen klar definiert werden.
Das S.M.A.R.T-Daten-Modell bietet dafür einen Handlungsrahmen für eine einheitliche, schlanke und wertschöpfende Digitalisierung.